Reduzierter Lärm
Untersuchung zeigt Wirkung
[2011-11-25]
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Neben der Erhöhung der Verkehrssicherheit steht die Reduzierung der Lärmbelästigung durch den Straßenverkehr ganz oben auf der Tagesordnung. Gerade in der jüngeren Vergangenheit haben zahlreiche Wissenschaftler bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Das Fazit: Vor allem die Reduzierung der Spitzengeschwindigkeiten trägt zur Verringerung der Lautstärke bei. Im April dieses Jahres fand eine Untersuchung* durch die Technische Universität München im Rahmen des STARS (Students Acting to Reduce Speed)-Projektes des European Transport Safety Councils (ETSC) statt, die sich mit der Reduktion des Lärms durch geschwindigkeitssenkende Maßnahmen beschäftigte. Berücksichtigt wurden fünf Standorte in München mit zeitabhängig vorgegebener Höchstgeschwindigkeit (30 und 50 km/h). Hier wurden in 25-Minuten-Intervallen Schallmessungen durchgeführt, während die installierten Dialog-Displays auf die Geschwindigkeit einwirkten. Dr.-Ing. Friedrich Maier (commeaT.E.C. traffic engineering & consulting) wertete die Verkehrsund Schallmessungen aus. Dabei stellte er klar heraus: „Dialog-Displays wirken sich auf die Geschwindigkeitswahl aus, deren Änderung sich akustisch auswirkt“. Bei der Festlegung des Standortes sei aber darauf zu achten, dass das Dialog-Display seine Wirkung auch voll entfalten könne. * Intra-Urban Acoustic Impact Study of a Two-Way-System for Speed Reduction. Master Thesis am Lehrstuhl für Verkehrstechnik, Technische Universität München, Oleksandr Savliev |
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Motor vs. Reifen – Wer kann lauter?
Die jüngsten Untersuchungen haben die früheren Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten, beispielsweise der Technischen Universität Dresden, in vollem Umfang bestätigt. Entscheidend ist nicht der Durchschnittswert bei den Geschwindigkeiten oder dem Lärm, vielmehr kommt es auf die so genannten „Spitzen“ an: Zu schnelle Lkw oder Lieferwagen sind gleichermaßen gefährlich und laut. Das erste Ziel muss also sein, dass die hohen Geschwindigkeiten zurückgeführt werden. Dadurch kann die Lärmbelästigung in objektiven Werten und insbesondere auch bei der subjektiven Wahrnehmung verringert werden.
Die Wahrnehmung des Verkehrslärms hängt eng mit dem Zusammenspiel von Lautstärke und Frequenz zusammen. Selbst bei sehr bei hohen Pegeln von 80 dB werden von den Testpersonen auf den ersten Blick geringfügige Veränderungen von 0,25 dB wahrgenommen. Bei ortsüblichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h beeinträchtigt das Motorgeräusch entscheidend das Lärmvolumen. Nach den bislang vorliegendenErgebnissen erscheint es eindeutig, dass das Dialog-Display ein ideales Hilfsmittel ist, das Übel an der Wurzel zu packen: Dieses Gerät sorgt für eine Reduzierung der hohen Geschwindigkeiten ohne Gewöhnungseffekt und kann damit effektiv und langfristig zur Lärmreduzierung beitragen.
Bei der Analyse der Lärmbelästigung muss außerdem berücksichtigt werden, in welchem Umfang die Lärmquelle zur Wahrnehmung beiträgt. So spielt auch die Beschaffenheit der Fahrbahndecke bei der Lärmbekämpfung eine Rolle. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten wirken sich die Fahrgeräusche ( z. B. Wind, Abrollen) deutlich stärker aus, der Einsatz von „Flüsterasphalt“ ist hier also empfehlenswert. Auch aus Gründen der Selbstreinigung wird dieser offenporige Asphalt (OPA) nur auf Straßen eingesetzt, auf denen eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h gilt. Leider stellt der OPA besondere Anforderungen an den Winterdienst und seine Wirkungsdauer ist mit sechs bis zehn Jahren als eher gering zu bewerten.

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